Neuer Supercomputer für die Spitzenforschung in Norddeutschland

Brandenburg tritt Norddeutschem Verbund für Hoch- und Höchstleistungsrechnen bei

Deutschlands Norden erhält ab dem Herbst 2013 einen neuen Supercomputer für die Spitzenforschung. Die Verträge für das neue Rechnersystem "HLRN-III" wurden am 17. Dezember 2012 am Konrad-Zuse-Zentrum für Informationstechnik in Berlin und in Niedersachsen am Rechenzentrum der Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover mit der Firma Cray unterzeichnet. Die Investitionskosten von 30 Mio. tragen je zur Hälfte der Bund und die beteiligten Länder.

VertragsunterzeichnungBerlin_IMG_8121_v1.jpg

Vertragsunterzeichnung in Berlin

vlnr: Guido Beermann, Staatssekretär der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung, Berlin; Dr. Ulla Thiel, Vice President Europe, Fa. Cray; Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Martin Grötschel, Präsident, Zuse-Institut Berlin; Prof. Dr. Alexander Reinefeld, Bereichsleiter Informatik, Zuse-Institut Berlin.

Photo ©Zuse-Institut Berlin

VertragsunterzeichnungHannover.jpg

Vertragsunterzeichnung in Hannover

vlnr: Dr. Josef Lange, Staatssekretär MWK; Dr. Ulla Thiel, Vice President Europe, Fa. Cray; Prof. Dr.-Ing. Gabriele von Voigt, Geschäftsführende Direktorin, Leibniz Universität Hannover IT Services; Prof. Dr.-Ing. Erich Barke, Präsident Leibniz Universität.


Photo ©Leibniz Universität Hannover IT Services, Robert Euhus

Auftraggeber ist der Norddeutsche Verbund für Hoch- und Höchstleistungsrechnen (HLRN-Verbund), der 2001 von den Bundesländern Berlin, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein gegründet wurde. Der HLRN-Verbund betreibt gemeinsam ein verteiltes Supercomputersystem an den Standorten Berlin und Hannover. Nach dem kürzlich erfolgten Beitritt Brandenburgs (siehe Änderungsabkommen vom 14.12.2012 zum Verwaltungsabkommen) bündeln nun 7 von 16 Bundesländern ihre Kräfte im Hoch- und Höchstleistungsrechnen.

Die Nutzung von Supercomputern ist in vielen Disziplinen mittlerweile fundamentale Voraussetzung für exzellente Forschungsleistungen und hat zu einer drastischen Beschleunigung von Entwicklungszyklen geführt. Hauptanwendungsgebiete des HLRN sind Umweltforschung und Klimawissenschaften, Ingenieurwissenschaften, sowie Grundlagenwissenschaften wie Physik, Chemie und Lebenswissenschaften.

Das Rechnersystem wird z.B. zur konstruktiven Verbesserung von Verkehrsflugzeugen und Flugzeugtriebwerken in Hinblick auf eine Verringerung von Lärm- und Abgasemissionen eingesetzt. Auch dreidimensionale Modelle von extrasolaren Gasplaneten werden damit zum besseren Verständnis der Struktur der Planetenatmosphäre simuliert. Die am HLRN entwickelten Methoden sind in so verschiedenen Gebieten wie der Entwicklung von Klimamodellen, Fusionsreaktoren und Raketenantrieben oder in der Medizin anwendbar. Sie kommen auch in der Vorhersage und Untersuchung von Wirbelstürmen zum Einsatz.

Mit dem HLRN-III wird der Wissenschaft in Norddeutschland nun eine deutlich leistungsfähigere Infrastruktur für das Hoch- und Höchstleistungsrechnen zur Verfügung gestellt, die als Innovationsmotor gilt und die Wettbewerbsfähigkeit von Spitzenforschung im internationalen Vergleich sichert. Mit seiner Spitzenrechenleistung von rund 2,6 PetaFlop/s (2,6 Billiarden Operationen pro Sekunde) wird der HLRN-III im Endausbau sein Vorgängersystem um das rund 10-fache überbieten. Das System verfügt über ein neuartiges Hochleistungsnetzwerk der Firma Cray und ist darüber hinaus durch numerische Beschleuniger und neue Prozessorgenerationen aufrüst- und erweiterbar. Der Vorsitzende des Wissenschaftlichen Ausschusses, Prof. Dr.-Ing. Thomas Rung hebt hervor: "Besonders erfreulich ist, dass die signifikant erhöhte Rechenleistung, welche mit dem Wechsel zur dritten Rechnergeneration HLRN-III verknüpft ist, aufgrund der beeindruckenden Benchmark-Ergebnisse der CRAY XC30 sofort durch alle wissenschaftlichen Anwendungen nachvollzogen wird."

Einige technische Details des HLRN-III-Systems

Das zukünftige HLRN-III-System ist ein Cray XC30 Supercomputer (ehemaliger Codename "Cascade"). Er wird, dem bisherigen Erfolgsmodell folgend, wieder in etwa symmetrisch verteilt und betrieben an den beiden Standorten Konrad-Zuse-Zentrum für Informationstechnik in Berlin und Rechenzentrum der Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover.

Das Gesamtsystem umfasst in der ersten Ausbaustufe (Aufbau im Herbst 2013)

  • 1488 Dual-Socket MPP-Knoten, jeweils mit Intel "Next Generation" Xeon E5-Prozessoren
  • 93 TB Hauptspeicher
  • Aries Interconnect mit Dragonfly Topologie
  • 2.8 PB paralleles Lustre-Dateisystem (WORK) über FDR Infiniband-Netzwerk
  • 1 PB Heimat-Dateisystem, NFS über 10GE-Netzwerk
ergänzt um
  • ein SMP-System bestehend aus
    • 32 Dual-Socket-Knoten mit Intel "Next Generation" Xeon-Prozessoren
    • jeweils 256 GB Arbeitsspeicher
    • Dual FDR Infiniband Netzwerk
  • 4 Spezialknoten für Pre-/Postprocessing
  • Diverse weitere Spezialknoten

Das Gesamtsystem im Endausbau (Aufbau im Herbst 2014) umfasst:

  • 3552 Dual-Socket MPP-Knoten, jeweils mit Intel "Next Generation" Xeon Prozessoren
  • 222 TB Hauptspeicher
  • Aries Interconnect mit Dragonfly Topologie
  • 7.2 PB paralleles Lustre-Dateisystem (WORK) über FDR Infiniband-Netzwerk
  • 1 PB Heimat-Dateisystem, NFS über 10GE-Netzwerk
ergänzt um
  • ein SMP-System bestehend aus
    • 64 Dual-Socket-Knoten mit Intel "Next Generation" Xeon-Prozessoren
    • jeweils 256 bzw. 512 GB Arbeitsspeicher
    • Dual FDR Infiniband Netzwerk
  • 8 Spezialknoten für Pre-/Postprocessing
  • Diverse weitere Spezialknoten

Als Systemsoftware kommt das Cray Linux Environment (basierend auf SLES 11) zum Einsatz.

(Basis: Pressemitteilungen der HLRN-Länder)


-- WolfgangBaumann - 17 Dec 2012

Printable | Top of Page | Sitemap                   
 
2001-2014 ©   HLRN Logo   Norddeutscher Verbund für Hoch- und Höchstleistungsrechnen (HLRN).     This site is powered by the TWiki collaboration platform